| Veranstaltung: | Wahlprogramm Region Hannover 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Regionsvorstand (dort beschlossen am: 22.01.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 19.01.2026, 14:06 |
A3: 3. Zusammenhalt stärken und gerecht leben - Für eine Region, die zusammenhält – gerecht, vielfältig und lebenswert
Text
Sozialer Zusammenhalt ist die Grundlage einer starken Demokratie. Wir wollen,
dass in der Region Hannover niemand zurückgelassen wird – unabhängig von
Herkunft, Geschlecht, Alter, Einkommen oder Beeinträchtigung. Wir stehen für
gleiche Rechte, echte Teilhabe und gute Lebensbedingungen für alle Menschen.
Dafür stärken wir die soziale Infrastruktur, investieren in Bildung und schaffen
bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum. So gestalten wir eine Region, in der
Vielfalt selbstverständlich ist und in der alle gut leben können – heute und
morgen.
Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen werden wir finanziell verlässlich
ausstatten und dauerhaft absichern. Die Angebote sind barrierefrei zugänglich
und orientieren sich am tatsächlichen Bedarf vor Ort. Kapazitäten erweitern wir,
um Engpässe zu vermeiden, und stellen niedrigschwellige Beratung auch in
ländlichen Regionen sicher. Fachlich qualifiziertes Personal erhält
kontinuierliche Fortbildungsangebote. Die bauliche und organisatorische
Infrastruktur verbessern wir so, dass Schutz, Beratung und Unterstützung
jederzeit gewährleistet sind.
Neue Gewaltformen, etwa digitale Partnerschaftsgewalt, nehmen wir ernst und
integrieren sie systematisch in bestehende Konzepte. Hilfesysteme gestalten wir
barrierefrei, auch für ältere, pflegebedürftige und Frauen mit Behinderungen.
Die Vernetzung zwischen Polizei, Beratungsstellen und sozialen Diensten stärken
wir weiter. Präventive Maßnahmen für besonders gefährdete Gruppen bauen wir
gezielt aus. Fachkräfte werden regelmäßig geschult und sensibilisiert.
Bestehende Konzepte evaluieren wir kontinuierlich und passen sie an aktuelle
Bedarfe an.
Programme wie „Kein Täter werden“ bauen wir konsequent aus und erweitern
Präventionsangebote. Frühzeitige Aufklärung in Schulen, Vereinen und sozialen
Einrichtungen fördern wir gezielt. Die Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Polizei
und Beratungsstellen stärken wir. Täter*innenarbeit entwickeln wir fachlich
weiter und überprüfen Maßnahmen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit.
Die Perspektive von Kindern berücksichtigen wir in allen Hilfesystemen bei
häuslicher Gewalt. Die Zusammenarbeit zwischen Frauenhäusern und Jugendhilfe
wird weiter gestärkt. Kinder erhalten begleitende psychosoziale Unterstützung,
um Gewalterfahrungen zu verarbeiten. Schutzkonzepte in Schulen und Kitas werden
umgesetzt. Beratungsangebote für betroffene Kinder gestalten wir
niedrigschwellig. Übergangskonzepte sorgen für stabile Betreuung und
Unterstützung nach Krisensituationen.
Wir schaffen zusätzliche Übergangswohnplätze für Frauen und Kinder und setzen
Belegrechte gezielt ein, um den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu sichern. Die
Koordination zwischen Ämtern, Wohnungsbaugesellschaften und Beratungsstellen
verbessern wir. Betroffene werden individuell begleitet, um langfristige
Perspektiven für selbstständiges und sicheres Wohnen zu schaffen.
In einer inklusiven Gesellschaft darf die Identität eines Menschen niemals
Anlass für Benachteiligung, Ausgrenzung oder Abwertung sein. Wir setzen uns für
eine vielfältige Region ein, in der alle Menschen ohne Angst vor Diskriminierung
und Gewalt verschieden sein und gleichberechtigt teilhaben können.
Soziale Unterstützung ist Teil öffentlicher Verantwortung und ein verlässliches
Recht für alle – unabhängig von individueller Durchsetzungskraft oder
persönlicher Situation. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es einen
starken und handlungsfähigen Sozialstaat, der Teilhabe sichert und ein Leben in
Würde ermöglicht. Ein moderner Sozialstaat handelt vorausschauend, unterstützt
gezielt, baut auf das Engagement der Menschen und eröffnet neue Chancen und
Perspektiven. So stärkt er Selbstbestimmung und sorgt dafür, dass niemand
zurückbleibt.
Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsangebote verzahnen wir besser – von der Kita
an. Ziel ist es, Familien und Kinder frühzeitig zu erreichen und gezielt zu
unterstützen. Koordinierte Netzwerke und Steuerungsstellen begleiten Menschen
verlässlich über verschiedene Lebensphasen hinweg. Präventionsketten verknüpfen
alle relevanten Akteure. Sie beugen Armut vor, fördern Chancengleichheit und
stärken gesellschaftliche Teilhabe. Die Angebote werden kommunal abgestimmt und
nachhaltig umgesetzt.
Mit Sozialzentren und sogenannten One-Stop-Shops schaffen wir zentrale,
niedrigschwellige Anlaufstellen. Dort erhalten Menschen gebündelt Zugang zu
verschiedenen Sozialleistungen. So verkürzen wir Wege, reduzieren bürokratische
Hürden und verbessern die Erreichbarkeit sozialer Unterstützung. Unser Anspruch
ist klar: Der Sozialstaat kommt aktiv auf die Menschen zu – weg von der
Holschuld der Betroffenen, hin zur Bringschuld öffentlicher Verantwortung.
Eine gute Daseinsvorsorge ist Grundlage für Lebensqualität, Zusammenhalt und
gleichwertige Lebensverhältnisse in unserer Region. Ob medizinische Versorgung,
Kinderbetreuung, Mobilität, Kultur oder soziale Angebote – alle Menschen müssen
sich darauf verlassen können, dass die wichtigen Dinge des Alltags gut
erreichbar und bezahlbar sind.
Wir setzen das Konzept der 15-Minuten-Region um, damit alle wichtigen Angebote
des täglichen Lebens gut erreichbar sind. Orte wie Bibliotheken,
Nachbarschaftstreffs, Jugendzentren, Parks oder Repair-Cafés schaffen Begegnung
abseits von Zuhause und Arbeit – freiwillig, niedrigschwellig und ohne
Konsumzwang. Förderprogramme unterstützen Entwicklung und Ausbau, auch durch die
Nutzung bestehender, bislang nicht ausgelasteter Räume.
Mehrgenerationenhäuser, Nachbarschaftstreffs sowie Bildungs- und
Gesundheitsangebote gestalten wir inklusiv, barrierefrei und vernetzt. Diese
Orte ermöglichen Begegnung, Unterstützung und Teilhabe für alle Generationen.
Niedrigschwellige Angebote und gute Erreichbarkeit stärken die Zusammenarbeit
von Kommunen, Ehrenamt und sozialen Einrichtungen und fördern lebenswerte
Quartiere mit starken sozialen Strukturen.
Einsamkeit, insbesondere im Alter, machen wir sichtbar und brechen das Schweigen
darüber. Begegnungsangebote und soziale Netzwerke fördern wir gezielt und
stärken damit auch ehrenamtliche Strukturen. Quartiere gestalten wir so, dass
soziale Kontakte erleichtert werden. Ziel ist ein aktives, selbstbestimmtes und
gut vernetztes Leben für Menschen aller Generationen.
Wohnen ist ein Menschenrecht. Wir schaffen bezahlbaren Wohnraum für alle
Menschen – für Familien -insbesondere auch Alleinerziehende und deren Kinder -
sowie ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Neubau und Sanierung
fördern wir gleichermaßen. Quartiere werden sozial durchmischt, barrierefrei und
lebenswert gestaltet.
Belegrechte setzen wir gezielt ein, um besonders bedürftigen Menschen den Zugang
zu Wohnraum zu sichern. Übergangswohnplätze binden wir strategisch ein. Die
Koordination zwischen Ämtern, Wohnungsbaugesellschaften und Beratungsstellen
verbessern wir, um den Weg in eigenständiges Wohnen zu erleichtern und
langfristige Perspektiven zu schaffen.
Die Wohnraumförderung entwickeln wir mit der Initiative „WoBi 2.0“ weiter. Dazu
gehören auch barrierefreie Umbauten im Bestand. Finanzielle Mittel setzen wir
effizient ein und koordinieren Neubau und Sanierung besser. Förderprogramme sind
sozial und ökologisch ausgerichtet, um dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu
sichern.
Neubau und Sanierung erfolgen klimagerecht, flächensparend und sozial.
Schwerpunkte sind Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Gemeinschaftsflächen.
Die Vorstellungen und Bedürfnisse der Bewohner*innen fließen in die Planung ein.
Unser Ziel ist eine Region, in der Wohnen bezahlbar, nachhaltig und inklusiv
ist.
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